Einschätzung des Bayr. Gesundheitsministeriums zu MNB / Klarstellung zu Klarsichtmasken

Das Bayr. Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat konkretisiert, was unter Mund-Nasen-Bedeckungen zu verstehen ist. Mund-Nasen-Bedeckungen sind wesentlicher Teil der Präventionsstrategie im Rahmen der Coronaviruspandemie. Sie müssen an vielen Orten getragen werden, insbesondere am Arbeitsplatz auf Wege- und Begegnungsflächen und wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht sicher eingehalten werden kann.

Neu an der Darstellung durch das Ministerium ist, dass Klarsichtmasken, die durch einzelne Hersteller angeboten werden, nicht mehr als ausreichender Schutz angesehen werden. Die Klarsichtmasken werden nun mit Gesichtsvisieren gleichgestellt. Beide gelten nicht als Mund-Nasen-Bedeckung und erfüllen damit nicht die Voraussetzungen nach den Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen (BayIfSMV, aktuell 10. Fassung).

 

Das Ministerium veröffentlicht hierzu auf seiner Webseite (https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/#fragen-zum-oeffentlichen-leben; abgerufen 11.12.2020, 14.27 Uhr) [Hervorhebungen durch den Verfasser dieser Meldung] unter dem Punkt „Welche Art von Mund-Nasen-Bedeckung kann ich verwenden?“:

„Bedingt durch erste wissenschaftliche Erkenntnisse über das SARS-CoV2-Virus sowie erste Kennzahlen zu mutmaßlichen Übertragungswegen lag ein wesentlicher Fokus in der Vergangenheit zunächst auf einer Vermeidung von Tröpfcheninfektionen. Bereits durch einfache Hygienemaßnahmen kann ein potentielles Infektionsrisiko wesentlich minimiert werden. In einer Erstbewertung galt dies vereinzelt zunächst auch für die Nutzung unkonventioneller Alltagsmasken.

Mittlerweile sind die Erkenntnisse über das SARS-CoV-2 Virus und dessen Übertragungswege weit fortgeschritten. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass neben der Übertragung durch Tröpfchen maßgeblich auch die Übertragung des SARS-CoV-2 Virus durch Aerosole erfolgen kann. Gerade vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Infektionszahlen wurden deshalb verschiedene Mund-Nasen-Bedeckungen infektionsschutzfachlich hinsichtlich ihrer generellen Eignung neu beurteilt und bewertet. Basierend auf dieser Neubewertung hat das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aktuell die Anforderungen an eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung aus infektionshygienischer Sicht wie folgt präzisiert:

Neben dem direkten Schutz gegen Tröpfchen muss auch eine Reduzierung von Aerosolen gewährleistet sein. Aerosole werden nicht nur beim Sprechen, sondern auch schon beim Atmen freigesetzt. Da sie deutlich kleiner als Tröpfchen sind, ist es besonders wichtig, dass die Mund-Nasen-Bedeckung dicht an der Haut anliegt, um auch eine Freisetzung an der Seite oder nach unten zu minimieren. Deshalb ist eine Mund-Nasen-Bedeckung eine an den Seiten enganliegende, Mund und Nase bedeckende textile Barriere, die aufgrund ihrer Beschaffenheit geeignet ist, eine Ausbreitung sowohl von übertragungsfähigen Tröpfchenpartikeln als auch von Aerosolen durch Atmen, Husten, Niesen und Aussprache zu verringern, unabhängig von einer Kennzeichnung oder zertifizierten Schutzkategorie.

Auf Grund des Ausbreitungsverhaltens von Aerosolen ist eine lückenhafte Abdeckung nicht ausreichend, denn nur mittels einer eng an der Haut anliegenden Mund-Nasen-Bedeckung wird eine seitliche oder aufwärtsgerichtete Freisetzung dieser potentiell infektiöseren Luftgemische bestmöglich minimiert. Dies entspricht auch der Haltung des RKI.

Das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege schließt sich dieser Bewertung ausdrücklich an. Die infektionsschutzrechtlichen Anforderungen an eine zulässige Mund-Nasen-Bedeckung i. S. v. § 2 der 10. BayIfSMV werden daher insofern präzisiert, als zur Reduzierung von Aerosolen nur eine enganliegende, den Mund und die Nase bedeckende textile Barriere als Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden sollte. Diese Neubewertung steht im vollen Einklang mit den arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben.

Klarsichtmasken aus Kunststoff, auch wenn sie eng anliegen, entsprechen diesen Vorgaben an eine Mund-Nasen-Bedeckung regelmäßig nicht und sind den Visieren damit quasi gleichgestellt.

Wir weisen darauf hin, dass eine Empfehlung für konkrete Produkte oder Hersteller grundsätzlich nie ausgesprochen wird.“

 

Die Stellungnahme des Ministeriums verschafft Klarheit für die Praxis. Bei weiteren Fragen stehen Ihnen die Unternehmen am Carl-Korth-Institut gerne beratend zur Seite. Sie erreichen uns auch unter coronavirus@carl-korth-institut.de.

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